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Google Latitude: Wo bist du, wo warst du, wo sind deine Freunde?

Was Google mit Koordinaten noch anstellen kann

Stellen Sie sich vor, einer Ihrer Freunde weilt gerade zufällig in ihrer Nähe und Sie bekommen davon nichts mit. Dabei haben Sie sich seit langem nicht gesehen und hätten sich so viel zu sagen. Google hat nun für genau dieses Problem eine Lösung entwickelt: Eine SMS kann Sie darüber informieren, wenn Ihnen zuvor ausgewählte Personen nahe kommen. Wer sie benutzen will, darf allerdings keine Hemmungen haben, die gefräßige Datensammelmaschinerie regelmäßig mit seinem Aufenthaltsort zu füttern.

 

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Im offiziellen Mobile Blog kündigt Dienstleister Google an: Er hat seinem erst wenige Monate altem Angebot Latitude einige neue Funktionen hinzugefügt. Nun lässt sich in einer Verlaufsgeschichte festhalten, welche Orte ein Anwender nacheinander besucht hat. Solche Reiserouten lassen sich für Google Maps und Earth und für andere Dienste exportieren, außer dem angemeldeten Anwender selbst sieht sie keiner - außer Google eben. Die Verlaufsgeschichte lässt sich im Browser einsehen und bearbeiten.

 

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Latitude lässt sich im iPhone als komfortable Web-App aufrufen: So lange der Browser läuft, schreibt Google fleißig Koordinaten mit. Im Google Blog lobt einer der Entwickler: "Ich habe mich dabei ertappt, die Zeit zurückzudrehen und dabei Dinge zu entdecken, die anders unmöglich gewesen wären. Als ich beispielsweise in diesem Sommer zurück vom Lake Tahoe gekommen bin, habe ich an einem herausragenden Grillplatz gehalten. Aber ich konnte mich an den Namen nicht mehr erinnern, als mein Freund mich ein paar Monate später danach fragte. Ich habe in meiner Location History nachgeschaut ..."

 

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Google geht aber noch einen Schritt weiter: Wer Freunde hat, die ebenso offenherzig mit ihren Daten umgehen, kann sich bei gegenseitigem Einverständnis mit ihnen verbinden und ihren aktuellen Standort einsehen, wann immer sie online sind. Das iPhone allerdings schließt den Browser im Regelfall nach kurzer Zeit automatisch. Die Verlaufsgeschichte von Bekannten lässt sich nicht einsehen - lediglich deren aktueller Standort.

Neu ist nun: Ist die Verlaufsgeschichte eingeschaltet, kann Google diese analysieren und anhand regelmäßig besuchter Orte erkennen, wo der Arbeitsplatz, Stammkneipe und das Zuhause eines Anwenders sind. Da Bekannte diese im Regelfall kennen, sind sie nicht weiter von Interesse - außer vielleicht die Stammkneipe.

Treffen allerdings zwei vebundene Latitude-Benutzer an Orten aufeinander, an denen sie nicht regelmäßig verkehren, kann sie eine SMS oder E-Mail darüber informieren.

Sie haben dann jeweils zwei Möglichkeiten: aufeinander zugehen oder die Beine in die Hand nehmen und abhauen.

Bis Google regelmäßig und unregelmäßig besuchte Orte voneinander unterscheiden kann, soll laut Anbieter (bei regelmäßiger Anwendung) bis zu einer Woche vergehen.

 

Auf dem iPhone ruft man Latitude ebenso im Browser auf wie auf dem Mac. Die neuen Features lassen sich unter google.com/latitude/apps zuschalten. Voraussetzung ist lediglich ein Google-Account, eine Liste weiterer unterstützter mobiler Geräte hält der Anbieter bereit.

 

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