Vermischtes
Kunstprojekt: Spiel löscht Daten vom Mac
Lose/Lose als Provokation oder Wurzel kommenden Übels?
Für gewöhnlich besteht keine Gefahr, wenn man an seinem Mac Aliens in die ewigen
Jagdgründe befördert - ein Kunstprojekt des Entwicklers Zach Gage allerdings bedroht
zumindest Daten. Das bereits Ende September aufgetauchte Spiel "Lose/Lose" für den Mac
erinnert an den 80er-Jahre-Klassiker Space Invaders: Sobald der Spieler Flugobjekte
abschießt, vernichtet er damit Daten auf seiner Festplatte. Der Entwickler weist darauf vor
Beginn des Spiels ausdrücklich auf die Wirkung hin - Provokation oder blanke
Zerstörungswut?
Mit seinem Projekt weist der Künstler aus New York nicht nur darauf hin, wie unverzichtbar virtuelle Daten heutzutage als Bestandteil des täglichen Lebens sind. Er wirft mehr als nur die Frage auf, ab welchem Punkt virtueller Besitz wichtiger wird als physischer.
Was bewegt einen Anwender dazu, Informationen einem Medium anzuvertrauen, von dem er nur wenig versteht? "Lose/Lose" zeigt eindrücklich den Graben zwischen Benutzeroberfläche und Technik im Hintergrund, einen Graben, den der Interface-zentrierte Anwender meist übersieht. Gage behauptet: "Im selben Maße, wie die Technik wächst, sinkt unser Verständnis für sie. Zur selben Zeit jedoch wird sie immer wichtiger für das alltägliche Leben."
Gage will mit seinem unspielbaren Spiel zum Nachdenken anregen: Man kann es als Aufforderung begreifen, sich mit der Technik auseinanderzusetzen und sie mit Bedacht zu verwenden.
Symantec, ein Hersteller von Antiviren-Software, warnt davor, dass jemand die Warnungen aus dem Spiel entfernen und damit Schaden anrichten könnte. Hüten Sie sich also in Zukunft vor dem Ballern auf fremde Wesen, wenn Sie nicht genau wissen, woher Ihr Spiel stammt. Wer allerdings ohnehin vor hat, seinen Rechner neu aufzusetzen, darf sich nun eine Nacht dafür frei nehmen. Der Highscore liegt bei 4912 Punkten oder vernichteten Dateien.
- Externe Sites
- Symantec - OSX.Loosemaque: Its Not Just a Game Anymore
